Bonner SPD geschockt, dass OB-Wahlkampf pünktlich beginnt | Rheinische Tagespost

Bonner SPD geschockt, dass OB-Wahlkampf pünktlich beginnt

Bonn – Was für ein Ashok Schock für die Bonner SPD: Als OB-Kandidat Peter Ruhenstroth Bauer am Wochenende durch Bonn fuhr, konnte er kaum glauben, was er sah! „Überall wuselten CDU und Ju’ler umher, hängten Plakate mit dem grinsenden Konterfei des OB-Kandidaten der CDU auf!“, berichtet er schockiert. Sogar CDU Kandidat Ashok Sridharan solle sich persönlich an der Tat beteiligt haben! „Dabei hat sich doch die SPD darauf verständigt, erst sechs Wochen vor der Wahl mit den Plakatierungen zu beginnen, und nicht innerhalb der vom Rat beschlossenen Frist von drei Monate vor der Wahl…“

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Im Wahlkampf beliebt: Plakate mit Kandidatengesichtern

Er habe noch nicht ein Foto für das Plakat machen lassen, gestand er zähneknirschend ein. Ein Parteisprecher teilt mit: „Seit Jahren schon hält sich die CDU nicht an diese Absprache, die wir den anderen Parteien mitgeteilt haben, die aber nie schriftlich fixiert oder im Rat beschlossen wurde. Wer kann da ahnen, dass die CDU jetzt auch bei dieser Wahl einfach pünktlich mit dem Verschandeln des Straßenbilds beginnt und Wahlkampf macht? Das ist eine Frechheit!“

Zudem hätte sich die CDU auch nicht an den Bonner „Laternen- und Mastplan von 1956“, in der überarbeiteten Fassung von 1987 gehalten, sondern hänge ihre tausenden Plakate schlicht überall auf wo Platz sei. „Wo sollen wir denn jetzt unsere Plakate noch hinhängen?“, fragt die SPD-Parteispitze ratlos gegenüber der Rheinischen Tagespost. „Nirgendwo ist mehr Platz für unsere Plakate, die wir erst noch drucken müssen. Sogar die guten Plätze vor dem Rathaus und an den Ausfallstraßen sind alle belegt. Das ist ein ganz, ganz unfaires Verhalten im Wahlkampf.“Auch Gabriel Kunze, der Vorsitzende der Bonner SPD ist empört: „Wir wollten, so wie es guter Brauch ist, erst in der heißen Phase plakatieren“, und „zwar ausgewogen, nicht überzogen“.

Schließlich kenne bereits jeder Bonner Wähler SPD-Kandidat Peter Rubenstroh, Peter Ruhenstoth Bauer, Ruhenstrob-Bauer, den frisch aufgestellten SPD OB-Kandidaten und sein Antlitz. Ihn noch einmal großflächig der politisch hochinteressierten Bonner Bevölkerung zu zeigen, wäre da doch eine sinnlose Geldverschwendung und „pure Materialschlacht“. Intern munkelt man, man sei von der Wucht dieses Wahlkampfs hart überrascht worden. Wer könne auch ahnen, dass die CDU einen OB-Wahlkampf so ernst nehme…

Doch das unfaire Verhalten könnte diesmal ein Nachspiel haben! Denn sofort schaltete die SPD den Bonner Wahlausschuss ein. Und der muss jetzt entscheiden, ob das unangekündigte, frühe, fristgerechte Plakatieren erlaubt bleibt. CDU-Chef Christos Katzidis ist empört, spricht von einer Denunziation.

Denn: Im schlimmsten Falle werden die Plakate nicht nur wieder abgehängt. Die tradierten Worte einer nicht schriftlich festgehaltenen Absprache von 1965 besagen, dass zu früh aufgehängte Plakate auf Kosten der aufhängenden Partei ersetzt werden müssen, und zwar durch die Plakate der anderen Parteien. Auch einen Verteilungsschlüssel soll es einst gegeben haben. Der Bierdeckel, auf dem das Wortprotokoll stand, ist allerdings nicht mehr auffindbar. In der nächsten Ratssitzung soll zumindest der Schlüssel jetzt neu abgesprochen. Eine schriftliche Fixierung lehnt die CDU allerdings ab.

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