Politik beschließt: Godesberg soll zu Ackerland werden | Rheinische Tagespost

Politik beschließt: Godesberg soll zu Ackerland werden

Zurück in die Vergangenheit: Ackerland nahe der Kurfürstenallee.  "Redoute und Kurfürstenallee 1792" (Kupferstich von Johann Ziegler nach Aquarell von Laurenz Janscha)

So idyllisch könnte Godesberg wieder werden. „Redoute und Kurfürstenallee 1792“ (Kupferstich von Johann Ziegler nach Aquarell von Laurenz Janscha, gemeinfrei)

Bad Godesberg – Ist das die Lösung für Godesberg? Derzeit prüft die Verwaltung, ob und welche Flächen in Bad Godesberg renaturiert und anschließend für den Ackerbau freigegeben werden können. Die Flächen könnten den Bürgern zur Verfügung gestellt werden.

Die Politik sieht im Ackerbau die größte Chance für den ehemals kurfürstlichen Stadtteil, der die beste Zeit hinter sich zu haben scheint: Einstimmig  bei Enthaltung des BBB stimmte der Hauptausschuss dem Antrag zu. „Endlich gibt es einen Plan für den Stadtteil, der in letzter Zeit vor allem durch schlechte Nachrichten von sich reden gemacht hat“, erklärt ein Ausschussmitglied, das nicht genannt werden will.

Jetzt wurden die Details von Projekt „Urban gardening“ bekannt. Erste Maßnahmen sind bereits über Nacht angelaufen. Der Theaterstandort Kammerspiele ist jetzt dicht, hier soll später eine Hühnerzucht entstehen. Die Bürgerämter wurden bereits verlegt, stattdessen können sich die Godesberger dort Werkzeug ausleihen oder umziehen.

„Auch für das Kurfürstenbad haben wir Verwendung gefunden“, erklärt der Politiker. Offiziell suche man zwar noch einen Investor, um die Schließung zu verhindern, doch die Schließung ist bereits beschlossene Sache, heißt es gegenüber der Rheinischen Tagespost. Die Idee: „Durch Fischzucht könne man Gewinn aus dem Bau schlagen.“ So sollen dort Forellen gezüchtet werden, wenn alles klappt.

Plänen eines privaten Gutacherbüros zufolge, das für rund 230 000 Euro einen Gesamtentwurf vorgelegt hat, sollen der Stadt- und der Redoutenpark sowie die Rigal’sche Wiese zu Ackerfläche für die Bürger werden. Bisher trieben dort nur Räuberbanden ihr Unwesen.

Einwohner können sich bei der Stadt als private Farmer-AGs anmelden. „Damit senken wir zudem die signifikant hohe Arbeitslosenquote“, freut sich ein Stadtverordneter. Zudem teilt die Verwaltung mit: „Eine gärtnerische Unterhaltung von Gemüsebeeten seitens der Stadt sei auf jeden Fall mit dem bestehenden Personal nicht möglich.“

Der Theaterplatz wird für den Gemüseanbau verwendet. „Der Platz ist sowieso dringend renovierungsbedürftig. So schlagen wir gleich zwei Fliegen mit einer Tomate“, scherzt Verordneter Ronald Mayter.  Auch für andere Flächen sind Pläne vorhanden, insgesamt für rund 150 Hektar.

Der Traitschbrunnen wird in dem Projekt als Wasserquelle benutzt. „Dank seiner heilenden Kräfte könnte das Godesberg-Gemüse auch über den Marktpreis vertrieben werden, da es nicht nur biologisch angebaut wurde, sondern auch Krankheiten zu heilen vermag“, heißt es in dem Gutachten.

Den Namenszusatz „Bad“ müsste der Stadtteil natürlich abgeben. Derzeit ist man aber mit der Landesregierung im Gespräch, die Bezeichnung Grafschaft zu erhalten. Auch die Godesburg, seit Jahrhunderten ein Ruine, könnte saniert werden. Sie soll an einen privaten Investor verliehen werden, der um Gegenzug das Voranschreiten des Projekts überwacht und das Land an die Bürger verteilt und dafür einen kleinen Teil des Geldes einzieht. „Dafür erhält er, wenn alles klappt, den Titel Berggraf der ‚Grafschaft Godesberg'“, so die der Sprecher der Stadtbezirksvertretung.

No Comments

Add a Comment

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.