Opern-Neubau am Rhein angedacht | Rheinische Tagespost

Opern-Neubau am Rhein angedacht

Die Oper: Ein mroder Kulturtempel  Foto: Wolkenkratzer / Wikimedia CC BY-SA 3.0

Die Oper: Ein maroder Kulturtempel
(Foto: Wolkenkratzer / Wikimedia; CC BY-SA 3.0)

Bonn – Marode, heruntergekommen, sanierungsbedürftig… Auf 30 Millionen Euro schätzt die Stadtverwaltung die Kosten für eine Erneuerung der Bonner Oper. Tiefe Rissen ziehen sich durch die Außenwände, die bröckelnden Balkone drohten bereits abzustürzen, die Technik ist hoffnungslos überaltert. Ein Schandfleck für die Bonner Kulturlandschaft, so die Meinung vieler Opernfans…Sanieren? Oder doch abreißen und neu bauen? Inzwischen liegt eine weit gediehene Variante auf dem Tisch, erfuhr die Rheinische Tagespost exklusiv. Ein Polit-Insider berichtet von einem parteiübergreifenden Plan, der in den Fraktionen heiß diskutiert wird. So seien Ratsmitglieder der CDU, FDP, BBB und SPD für einen Opern-Neubau am Rhein zu haben.

Ziel sei es, so der Insider, „gleich zwei Fliegen mit einer Klappe zu schlagen. Wir könnten uns die teure Opernsanierung sparen, das gesparte Geld in eine neue Oper stecken und das alte Grundstück an der lauten Kennedybrücke als Filetgrundstück, etwa für ein Großprojekt am Rhein, verkaufen.“

Als Neubau-Ort kommt ein Grundstück neben der Beethovenhalle in Frage. „Wir haben kürzlich vom Kämmerer erfahren, dass es offenbar in städtischem Besitz ist. Das wäre perfekt, so entstünde ein echtes Beethoven-Kulturviertel.“ Zwar stünde dort derzeit noch ein Altbau, ein Wohnheim. Das müsste noch abgerissen werden.

Auch Beethoven-Fans sind von einer neuen Oper begeistert. Sie könnten sich die neue Oper als Austragungsort für das Beethoven-Festjahr 2020 vorstellen – wenn denn alles schnell genug geht. „Eine Festspielhaus-Alternative ist die alte Oper nämlich nicht“, berichtet IHK-Chef Grießl gegenüber EXPRESS. „Vom Sanierungsstau dort abgesehen, ist sie akustisch nicht gut geeignet und mit rund 1000 Plätzen zu klein.“  Bei einem Neubau am Rhein sähe das anders aus. Auch ein Name ist bereits im Gespräch: Der Prachtbau könnte dann den Namen „Beethoven-Opernfestspielhaus“ tragen.

Bei der Finanzierung stehen die Zeichen auf grün: Rund 17 Millionen könnten Privatpersonen aufbringen, 39 Millionen würde der Bund zuschießen, auch der Rhein-Sieg-Kreis und Privatpersonen könnten spenden. „Zusammen mit den 30 Millionen der Stadt würde das für ein Beethoven-würdiges Haus reichen.“, so Grießl. Das Bonner Unternehmen „DHL“ erklärte bereits, Pläne beisteuern zu können.

Ein Abriss der schön-heruntergekommenen Oper, Neubau an anderer Stelle? Keine Chance beim frisch gegründete Verein „Rettet die Bonner Oper“. Deren Sprecher, Helmut Koroslowski, ist gegen einen solchen Abriss. „Seit über 50 Jahren lieben wir die Oper, sie ist architektonisch wertvoll, ein Zeitzeugnis der Bonner Republik, und steht auch noch unter Denkmalschutz. Wie kann man nur so geschichtsvergessen sein, und jeden maroden Bau gleich abreißen wollen? Wir fordern eine Komplettsanierung des Baus.“

Inzwischen schließen sich aber auch viele Politiker einer solchen Sicht an, fordern neben dem Neubau des Opern-Festspielhauses eine zeitgleiche, günstige Sanierung der „Alten“ Oper, zeigt eine Umfrage der Rheinischen Tagespost. Diese könnte dann sicherlich noch irgendwie in ein zu beschließendes, neues Hallenkonzept integriert werden.

 

 

 

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