Krokodil-Schock! Baden im Bonner Rhein ist gefährlich! | Rheinische Tagespost

Krokodil-Schock! Baden im Bonner Rhein ist gefährlich!

Kroko Kai

Ein seltener Schnappschuss von Kai

Bonn – Ein dunkles Augenpaar lugt vorsichtig aus dem Wasser hervor, kaum zu sehen. Das schuppige Maul versteckt er unter dem Rheinwasser… Nur 100 Meter weiter planscht eine arglose Familie in der Kribbe, während Kroko Kai auf seine Beute lauert. Schon mehrfach wurde die rund drei Meter lange Panzerechse in Bonner Ufernähe gesehen. Seine Beute: schwimmende Menschen! Kroko-Alarm in Bonn!

Der Bonner Markus Lurbekz wurde bereits Opfer, meldete sich bei der Rheinischen Tagespost. Der Schock ist seiner Stimme deutlich anzuhören. „Ich schwamm gestern in einer Kribbe umher, nahe des Posttowers. Da schnappte plötzlich etwas nach mir, zog mich kräftig nach unten.“ Nur mit Mühe konnte sich der 35-Jährige befreien, berichtet er. „Ich kämpfte um mein Leben, schwamm sofort zum Ufer, habe sofort meine Kinder aus dem Rhein gezogen“, berichtet der sorgende Vater. Jetzt kämpft er mit den Folgen, tiefe Risse hat der Biss ins Bein hinterlassen.

Lurbekz ist auch sauer auf die Stadt! Zwar habe er gehört, dass Badegäste im Rhein mit ihrem Leben spielen. „Aber bislang war ja nur von tödlichen Sogwirkungen vorbeifahrender Schiffe und lebensgefährlichen Untergrundströmungen, die abrupt und überall auftreten können, die Rede. Das ist ja nicht besorgniserregend. Aber warum warnt uns niemand vor dem Krokodil?“

Tückisch: Besonders bei niedrigem Wasserstand hat Kai gute Chancen auf Beute, da das Ufer zur Fahrrinne noch steiler abfällt. Und: Das Killerkrokodil fällt kaum auf, sieht oftmals aus wie ein Baumstamm, lauert auch schon mal an den steinigen Kribbenrändern. Woher der Schwimmerschreck kommt, ist noch unklar. Gerüchten zufolge entkam das genetisch mutierte Tier der Wesselinger Kanalisation, nahe des Chemieparks. Umweltschützer sind sich sicher, dass er sich offenbar bislang von Nilgänsen ernährte.

Doch warum tut niemand etwas gegen den Kroko-Killer? Bei der Stadt ist der Vorfall von Dienstag jedenfalls kein Einzelfall, immer wieder melden sich Angehörige, die Schwimmer vermissen. Der Rhein sei eben nicht nur eine stark befahrene Wasserstraße, sondern auch Lebensraum für heimische Tiere und Neuankömmlinge, heißt es dort. Zwar habe man vor, etwas gegen den lautosen Jäger zu unternehmen. „Aufgrund der Haushaltssperre konnten wir auch dieses Jahr keinen Wildjäger anwerben“, so ein Stadtsprecher. „Wir haben aber bereits 13 Schilder aufgestellt, auf denen wir klar davor warnen, den Rhein auch nur in Ufernähe zu betreten. Wir appellieren doch schon seit Jahren, nicht im Rhein zu schwimmen. Doch immer wieder ignorieren Menschen diese Warnung, werden in den Tod gerissen.“  Zudem ist gerade Brutpflegezeit bei Wildtieren, herrscht im Sommer sowieso Krokodiljagdverbot.

Kroko Kai – er darf noch weiter jagen. Die einzige Möglichkeit offenbar, den Killer loszuwerden: „Am besten, man meidet das Schwimmen im Rhein komplett, und machen sich auf die Suche nach einem der noch geöffneten Bäder in Bonn“, so der Stadtsprecher.

 

 

 

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