Kölner CDU entsetzt, dass parteilose OB-Kandidatin nicht in der CDU ist | Rheinische Tagespost

Kölner CDU entsetzt, dass parteilose OB-Kandidatin nicht in der CDU ist

 Nicht in der CDU: Henriette Reker. Foto: Superbass / Wikimedia Commons / CC BY-SA 4.0 (Ausschnitt)


Nicht in der CDU: Henriette Reker.
Foto: Superbass /Wikimedia/CC BY-SA 4.0 (cropped)

Köln – Was für ein Schock für die CDU! Wie die Kölner Christdemokraten jetzt entdeckten, ist die von der CDU unterstützte parteilose Oberbürgermeisterkandidatin Henriette Reker gar kein CDU-Parteimitglied! „Als wir die Wahlzettel sahen, waren wir gelinde gesagt entsetzt“, gibt CDU-Chef Bernd Petelkau. In der Partei fühlt man sich grob getäuscht.

„Wer konnte denn ahnen, dass auf dem Wahlzettel neben der parteilosen Kandidatin, die wir unterstützen, nicht CDU steht?“ fragt sich Petelkau. „Dabei haben wir sogar Plakate, ja ihren gesamten Wahlkampf mitfinanziert!“

Zudem fürchten viele der Kölner Christdemokraten, dass die Wähler aus Gewohnheit ihr Kreuzchen beim zweiten Kandidaten machen. „Die sehen doch nur ‚SPD‘ an Listenplatz eins und denken dann aus Gewohnheit, dass wir gleich danach kommen“, stöhnt Petelkau auf. Dass der Listenplatz zwei zudem noch von der Nonsens-Partei „Die Partei“ belegt ist, mache die Sache nicht besser. „Partei und CDU, das ist doch für viele Wähler dasselbe“, so Petelkau.

Zwar sei es bei den vergangenen Wahlen nicht weiter schlimm gewesen, wenn auf den Wahlzetteln neben den Kandidatennamen übergroß die Parteiletter prangerten. „Aber damals hatten wir ja auch einen Kandidaten, der sich ernsthaft zur CDU bekannte. Jetzt aber sieht das richtig doof aus!“ gibt er zu, „Listenplatz unter ferner liefen, parteilos, dass haben doch sonst nur Kropp-Kandidaten…“

Er wittert eine Verschwörung. „Da stecken bestimmt böseste Kräfte dahinter“, ereifert er sich. Dass die CDU nicht auftauche, so etwas habe es zuletzt 1933 gegeben, unter den Nazis!

Doch in der Partei wappnet man sich bereits gegen die „Fiesematentchen“ der Kandidatin „ohne Parteiabzeichen“, so Petelkau. „Wir werden so etwas nicht dulden!“ Denn um ihren Wahlkampf bestmöglichst zu torpedieren, erhob man Einspruch beim Landeswahlausschuss, veranlasste, dass die Wahlzettel neu gedruckt werden.

Mit Erfolg! Die Kölner Wahl wird verschoben, 53 000 Wahlzettel von „unwissenden Bürgern“ werden vernichtet, berichtet Petelkau stolz. „Die Kölner Wahl musste einfach verschoben werden. Es kann doch einfach nicht sein, dass der von der CDU unterstützte Kandidat nicht wenigsten auf Listenplatz zwei auftaucht, und noch nicht mal ein gut lesbares CDU neben dem Namen steht!“ Sollten dies auch bei den neuen Wahlzetteln nicht der Fall sein, will man wieder Beschwerde einlegen.

Auswirkungen auf die politischen Strukturen wird die eine Million Euro teure Verzögerung allerdings kaum haben: Experten bezweifeln seit Jahren, dass es überhaupt einen Oberbürgermeister gibt, der Einfluss auf das politische Geschehen oder Verantwortung für die Verwaltung von Köln hat.

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