Nach Wahl-Attentat: Kölner planen Großdemo am 11.11. als Zeichen gegen Extremismus | Rheinische Tagespost

Nach Wahl-Attentat: Kölner planen Großdemo am 11.11. als Zeichen gegen Extremismus

„Rosenmontagszug Koeln 2004“ von Dickbauch in der Wikipedia auf Deutsch - Übertragen aus de.wikipedia nach Commons.. Lizenziert unter CC BY-SA 3.0 über Wikimedia Commons.Köln – Arsch huh in Kölle! Nach dem Attenat auf Henriette Rekers nur einen Tag vor der OB-Wahl solidarisieren sich Kölner Organisationen und Vereine mit der Politikerin. „Jetzt heißt es Flagge zeigen gegen Extremismus!“ erklärt Reidenfells, Organisator der Anti-Rechts-Kampagne „Colonia bliev friedlich“.

„Es kann nicht sein, dass irgendwelche hirnverbrannten Alt-Nazis einfach  Menschen auf offener Straße angreifen, nur weil die etwas in der Stadt bewegen. Es kann nicht sein, dass man als Politiker Angst haben muss vor rechtsradikalen Flachpfeifen, AfD-Querulanten, Hooligans oder Pegida-Aktivisten, nur weil denen das Gesicht oder Wahlprogramm nicht passt.“

Deshalb haben sich jetzt Hunderte Vereine aus allen Bereichen, viele Promis und die erste Mannschaft des FCs zur Aktion „Ming Stadt, all Beienand“ zusammengeschlossen. „Wir wollen zeigen, dass wir mehr können als nur Karneval, sondern dass wir auch politisch ein Zeichen setzen können.“

Geplant ist eine Großdemonstration am 11. November im gesamten Stadtgebiet. „Wir erwarten mehrere Hunderttausend Teilnehmer“, schätzt Reidenfells.

„Wir werden zudem symbolisch im gesamten Stadtgebiet tausende Urnen aufstellen und Wahlzettel verteilen. Zudem werden wir jedem volljährigen Kölner eine symbolische Wahlbenachrichtigung zusenden“, erklärt Reidenfells. Sponsoren hätten sich bereits bereiterklärt, die Kosten dafür zu übernehmen.

„So können dann die Kölner ganz einfach für Demokratie und gegen Extremismus abstimmen.“ Die Stimmzettel sollen dann ausgezählt werden. „Wir versprechen uns rund abgegebene 600 000 Stimmen für ein friedliches, demokratisches und pluralistisches Köln, in dem jeder seine Meinung ohne Angst kund tun kann.“ Er schätzt, dass rund 80 Prozent der Kölner bei so einer Wahl mitmachen würden.

Zudem soll der Protest möglichst auffällig vonstatten gehen. „Deshalb bitten wir darum, dass möglichst alle Demonstranten sich schrill und ausgefallen verkleiden. Nur so können wir Aufmerksamkeit erzeugen und zeigen, dass Köln eine bunte Stadt ist, und kein braunes Nest.

Reidenfells glaubt, dass der Protest friedlich bleibt. „Das können wir Kölner!“ erklärt er. „Natürlich wird das ein- oder andere Kölsch getrunken werden, das ist einfach in unsrem Hätz verankert. Aber dank unserer tollen Schunkelmusik, die wir lautstark an jeder Straßenecke abspielen  werden, dürfte das kein Problem sein. Da simmer eben alle dabei“, so Reidenfells.

Die Großdemo soll bis in die Abendstunden gehen. An einigen Plätzen in der Innenstadt werden auch Bühnen mit bekannten Karnevalsbands stehen. „Viele bekannte Gruppen haben sich bereits dazu bereit erklärt.“

Und: Die Aktion soll nur ein Auftakt sein: Anfang Februar ist gar eine sechstägige Demo-Woche geplant: „Wir werden von Weiberfastnacht bis zum darauffolgenden Dienstag alles geben, um zu zeigen, dass wir Extremismus nicht dulden – und Köln mehr kann als nur Karneval.“

 „Rosenmontagszug Koeln 2004“ von Dickbauch in der Wikipedia auf Deutsch – Übertragen aus de.wikipedia nach Commons. Lizenziert unter CC BY-SA 3.0 über Wikimedia Commons.

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