Viktoriakarree: Bürgerbegehren findet nicht statt – zu viele Unterschriften offenbar falsch | Rheinische Tagespost

Viktoriakarree: Bürgerbegehren findet nicht statt – zu viele Unterschriften offenbar falsch

Viktoriakarree-Unterstützer: Viele Unterschriften offenbar falsch.

Viktoriakarree-Unterstützer: Viele Unterschriften sind offenbar ungültig.

Bonn – Reißt denn diese Pechserie um das Bürgerbegehren zum Erhalt des Viktoriakarrees nie ab? Erst schockten unklare Fristen für ein Begehren durch die Stadtverwaltung, dann lieferte die Stadtverwaltung zweimal falsche Zahlen zu Mieteinnahmen.  Und letzte Woche wurde bekannt: 319 Unterschriftenlisten von 2271 wurden von der Stadtverwaltung als vermisst gemeldet. Doch jetzt der neue Schock, es droht ein erneuter Rückschlag für die Bürgerintitiatve.

Zuerst ging man davon aus, dass die Unterschriften für ein Bürgerbegehren ausreichen würden. Doch wie jetzt eine erneute Prüfung der Stadtverwaltung nach Informationen der Rheinischen Tagespost ergab, sind nahezu alle der abgegebenen 18 828 Unterschriften für das Viktoriakarree ungültig.

So hätte ein Vergleich der Unterschriften auf den abgegebenen Papieren mit den gespeicherten von den Personalausweisen ergeben: Viele weichen im Detail voneinander ab. „Oftmals stimmen die Unterschriften nicht überein, manche sind deutlich gestauchter, manche nur krakelig auf das Papier geworfen. Oftmals stimmen die „o“-Schriftzüge nicht überein, manchmal scheint die Unterschrift komplett anders zu sein. Zudem wurde teils in blauer Farbe  unterschrieben, obwohl die bei uns gespeicherten Unterschriften schwarz sind. Das alles könnte bedeuten, dass ein Großteil der Unterschriften als falsch zurückgewiesen werden muss.“

Heißt im Klartext: „Von den 13.240 von uns nicht verlorenen Unterschriften sind nur rund 152 als gültig zu bewerten. Alle andere haben zu wenig Ähnlichkeit mit den Original-Unterschriften.“ Und das sei schlicht zu wenig für ein Bürgerbegehren, bedauert man bei der Verwaltung.

Jochen Brödkamp, der im Viktoriaviertel einen Imbiss betreibt, ist enttäuscht über das Vorgehen. Er gibt sich aber kämpferisch: „Wir werden alle Mittel in Bewegung setzen, um das Gutachten anzufechten. Wir werden auch einige Schriftexperten engagieren, die die Listen neu untersuchen.“

Zudem wollen die Befürworter für den nächsten Versuch Unterschriftskurse für alle Unterstützer anbieten.

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