Erlebnisbad am Bonner Hauptbahnhof wird abgerissen | Rheinische Tagespost

Erlebnisbad am Bonner Hauptbahnhof wird abgerissen

Besonders an Gleis 1 fühlten sich Badegäste wohl

Besonders an Gleis 1 fühlten sich Badegäste wohl

Bonn – Für viele Bonner ist es ein Schock: Seit einigen Tagen wird das beliebte Erlebnisbad am Bonner Hauptbahnhof abgerissen. Die Hintergründe erklärte der Betreiber „Deutsche Bahn“ auf einer Pressekonferenz. Seit rund zehn Jahren ist das Spaßbad mit Naturelementen und vielen Attraktionen bereits in Betrieb.

„Viele Kunden mochten die charmanten Regenduschen an allen Gleisen, besonders an Gleis eins, und die Kneipp-Strecken an Gleis zwei und drei“, erläutert ein Bahnsprecher traurig. Auch die Sonnenbänke mit Windkanälen auf Gleis fünf seien stets ausgebucht gewesen, genauso wie die Saunazellen auf Gleis vier. Doch leider habe es in letzter Zeit immer mehr Kritik gegeben. „Da unser Angebot nur bei starken Regenfällen wirklich zu genießen ist, es in den letzten Jahren aber immer weniger Regen gab, haben wir zuletzt auf Wasserpumpen setzen müssen.“ Das sei aber zuletzt unwirtschaftlich geworden.

Hinzu kam das Problem der sogenannten ‚Schwarzduscher‘. „Früher, als wir noch Bahnsteigkarten verkauft haben, hatten wir deutlich mehr zahlende Nutzer“, so der Sprecher. Seit Druchreisende nicht mehr zahlen müssten, seien die Einnahmen stark zurückgegangen, was die wirtschaftliche Situation noch weiter verstärkte.

Jetzt zog die Bahn die Reißleine, das Erlebnisbad am Bonner Hauptbahnof wird abgerissen. Eigentlich war das Projekt schon seit Ende 2013 geplant, doch weil Mittel fehlten, wurde das Projekt immer wieder verschoben. „Es hat etwas länger gedauert, bis wir die 10 Millionen Euro für die Sanierung zusammenbekommen haben“, so der Sprecher des Bahn-Unternehmens, dass nahezu vollständig dem deutschen Staat gehört und durch Millionen an Steuergelder gestützt wird. „Erst dank einiger Mäzene können wir jetzt doch mit den Maßnahmen beginnen.“

Der Abriss soll rund fünf bis zehn Jahre dauern, da das Unternehmen mit seinen rund 200 000 Mitarbeiter eng besetzt ist. Schock für die Bonner: Erlebnisbäder, -duschen und Saunalandschaften sind danach nicht mehr vorhanden. Stattdessen soll es mehr Platz geben für Fahrgäste, die auf verspätete Züge warten. „Wir haben bemerkt, dass immer mehr Kunden an den Bahnsteigen stehen, weil ihr Zug nicht pünklich kommt. Deshalb wollen wir ihnen dank verbesserter Bahnsteige das beste Aufenthaltserlebnis geben, das möglich ist“, so der Sprecher.

Foto: Pixabay / CC0 Public Domain

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