Drogenproblem gelöst: Bonns erster Coffee-Shop eröffnet auf dem Stadthaus-Plateau | Rheinische Tagespost

Drogenproblem gelöst: Bonns erster Coffee-Shop eröffnet auf dem Stadthaus-Plateau

Im ersten Bonner Coffee-Shop gibt's auch pflanzliches

Im ersten Bonner Coffee-Shop gibt’s auch pflanzliches.

Bonn – Wo vor einigen Tagen noch mehr oder minder klammheimlich gedealt wurde, können die Bonner jetzt legal Drogen kaufen: Seit gestern ist der „1. Bonner Coffeeshop“ auf Stadthausplateau offiziell eröffnet.

Geschäftsführer Jamil Istifan (24), bislang Chef des Bonner Straßenverkaufs „Streetcoffeeshop am Stadthaus“, ist bislang zufrieden mit der Resonanz der Kunden. „ Es läuft gut. Viele Stammkunden wundern sich natürlich erst einmal über den schicken Container auf dem Plateau, den wir mit Kran dort haben aufstellen lassen. Aber dann kommen Sie gerne hinein. Ist auch irgendwie seriöser als das, was die letzten Jahre lief.“

In Regalen liegen, fein säuberlich sortiert, Gläschen und Tütchen. „Es gibt die feinsten Produkte für Körper und Geist“, erklärt Istafan. Meth, Koks, Hasch, diverse Pilze und Gras,  – alles habe er und sein siebenköpfiges Verkaufsteam parat liegend. „Viele Kunden schätzen es, sich die Waren nun in Ruhe ansehen zu können und dass diese nicht mehr überall auf dem Plateau versteckt zwischen Mülleimern, Handläufen oder Lampenständern liegen. Ist irgendwie auch hygienischer“, so der Deutsch-Libanese. Zudem könne man jetzt auch Informationen zur Anwendung und eine kompetente Beratung geben. „Das hatten viele bislang vermisst.“ Sogar faires Koks soll es in einigen Tagen geben. „Das war schwer zu bekommen. So etwas verlangt man nur in Bonn“, weiß Istafan.

Traurig sei er nur, dass er jetzt viel weniger Personal brauche als frühre noch. „Je nach Auftragslage waren zwölf bis dreißig Leute für mich im Einsatz, standen Schmiere oder machten den Handschlag oder sorgten für Ordnung. Die sind jetzt leider nicht mehr nötig.“ Er werde sich in den nächsten Wochen von den Leuten sozialverträglich trennen müssen. „Vielleicht mache ich auch eine Zweigstelle auf, etwa am Hofgarten“, überlegt er noch.

Doch wie legal ist der neue Shop überhaupt? Istafan zuckt mit den Schultern. „In den letzten Jahren gab es von Seiten der Behörden kaum Reaktionen auf unsere Arbeit. Die Polizei haben wir hier schon seit Jahren nicht gesehen. Und selbst im Bonner Stadtrat hatten sie ja über die Einführung eines staatlich kontrollierten Coffee-Shops nachgedacht“, lacht der Selfmade-Man. „Wir haben uns jetzt nur überlegt: Warum weiter heimlich Drogen verkaufen, wenn wir mit etwas Werbung und besserem Image doch einen deutlich größeren Kundenkreis gewinnen könnten?“ fragt er.

Immerhin: Auf der Facebook-Seite ist die Resonanz bislang positiv.

 

Foto: Pixabay / CC-0

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