Zu dreckig: Landesseuchenschutzbehörde schließt alle städtischen Bonner Schulen bis auf weiteres | Rheinische Tagespost

Zu dreckig: Landesseuchenschutzbehörde schließt alle städtischen Bonner Schulen bis auf weiteres

barrier-tape-486999_1280Bonn – Dreck, Schnodder und nicht entfernte Kaugummis: Wegen unzumutbarer Zustände bleiben ab morgen alle Bonner Schulen, die bislang durch von der Stadt beauftragte Firmen gereinigt wurden, geschlossen. Das gab heute abend die Landesseuchenschutzbehörde Seuchen.NRW kurzfristig bekannt.

Dreck-Frei für Bonner Schüler! Die Schüler können vorerst zu Hause bleiben. Grund dafür sind seit Monaten nicht geputzte Böden, Fenster und Einrichtungsgegenstände in Klassenzimmern und Gängen, wie eine Untersuchung zeigte.

Eltern, die die besorgniserregende Lage in den städtischen Schulen kennen, sind erleichtert. „Endlich wird durchgegriffen. Das dient ja nur zum Schutz der Kinder“, schluchzt eine Mutter, die anonym bleiben möchte. Noch immer ist ihr der erlebte Schrecken anzumerken. „Zuletzt waren die Zustände so schlimm! Sobald man auch nur seine Tasche fallen ließ, war die rabenschwarz vor Dreck“, berichtet sie. Am Ende sei sie nur noch mit Atemmaske und Ganzkörperschutzanzug und ins Gebäude gegangen.

Grund für diese Entscheidung der Behörde war eine Untersuchung aller Bonner Schulen, ausgelöst durch diverse Medienberichte. In der Meldung von Seuchen.NRW heißt es: „Zwar wurden die Putzfirmen in Bonn zuletzt außerordentlich gut bezahlt. Leider entspricht das Ergebnis nicht dem, was man gemeinhin von professionellen Firmen erwarten kann.

So fanden sich zum Teil in einigen Schulen sogar noch angestaubte Lehrkörper aus den 60er Jahren, heißt es, genauso wie deren Kaugummis aus Schulzeiten unter den Bänken. „Auch viele Lehrmittel, darunter Rechnenschieber und Wandkarten, stammen noch zum Teil aus Beständen des Kalten Kriegs“. Grund dafür sind offenbar unrealistische Ausschreibungen.

Wie es weitergeht, ist allerdings noch unklar. Überlegungen, Heimunterricht via Internet einzuführen, stießen bei der Seuchenschutzbehörde auf Ablehnung. „Stichprobenuntersuchungen von Kinderzimmern zeigen ebenfalls teils eklatante Mängel, sodass ein längerer Aufenthalt dort nicht empfohlen werden kann.“

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