Sensation: Archäologen entdecken uralte Baustelle an der Römerstraße | Rheinische Tagespost

Sensation: Archäologen entdecken uralte Baustelle an der Römerstraße

Bonn – Es ist ein archäologischer Sensationsfund! Bei Grabungen auf der Römerstraße stießen die Altertumsforscher auf eine uralte Baustelle. „Erst glaubten wir, eine alte Tempelanlage gefunden zu haben“, so Rolf Koslowski vom Denkmalamt des Landes NRW. „Aber als wir dann auf alte Baustellentafeln aus einer Metalllegierung und Barken mit Leuchthalter stießen, wurde uns klar: Es handelt sich hier um eine uralte Baustelle.“

Wie alt genau, könne man aber noch nicht sagen. „Wir schätzen, dass Anfang des 2. Jahrtausends nach Christus, höchstwahrscheinlich Anfang des 11. Jahrs, die Arbeiten an der alten Römerstraße begannen.“ So habe man eine alte Ausgabe einer vergilbten Anwohnerinformation gefunden. Aber man warte noch auf die Ergebnisse der Radiokarbonanalysen, die diese Schätzung bestätigen sollen.

Bisherige Funde zeigten, dass die Baustelle sich offenbar über mindestens 2,2 Kilometer Länge erstreckt. „Die Funde zeugen auch von einem technisch um Jahrzehnte veraltete Vorgehen der damaligen Arbeiter“, glaubt Koslowski belegen zu können. „Für die Erneuerung von etwa 2200 Meter Kanal brauchten die Bauarbeiter mindestens sechs Jahre.

Zum Vergleich: „Etwa zeitgleich haben Alpenvölker in 17 Jahren einen 57 Kilometer langen Tunnel durch ein Bergmassiv gegraben und Eisenbahngleise verlegt“, berichtet Koslowski. „Alleine dies zeigt die hohen Wissens-Unterschiede in der Arbeitsweise der Völker.

Satermedia / pixabay cc0

Bei Grabungen entdeckt:
Baustelle an der Römerstraße
Foto: Satermedia / pixabay cc0

Warum die Baustelle aber offenbar verlassen wurde, kann er nicht sagen. „Möglicherweise handelt es sich um ein Unglück, dass die damalige Gesellschaft zur Aufgabe des Sanitätsprojekts bewegt hat, etwa eine rapide Klimaveränderung, mit Starkregen, oder historische Gründe. Oder aber es fehlte an Geld“, vermutet er. Möglich seien auch politische Veränderungen, auch wenn zu dieser Zeit politisch und in der Verwaltung der Bundesstadt Bonn Kontinuität vorgeherrscht habe. „Vielleicht habe es auch keinen Bedarf, eine Kanalsanierung schneller abzuschließen, gegeben.“

Wie das Leben für die Bevölkerung in der jahrelangen Dauerbaustelle gewesen sein muss, mag er sich gar nicht vorstellen. „Wir können froh sein, dass heutzutage Kanalsanierungen deutlich rascher abgeschlossen werden – und höchsten Römerfunde den Bau aufhalten“, meint Koslowski.

 

Foto: Satermedia / Pixabay cc0

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