Endlich Klarheit: Neues Handbuch legt fest, was zu Bonn passt | Rheinische Tagespost

Endlich Klarheit: Neues Handbuch legt fest, was zu Bonn passt

Bonn – Ein neues Hochhaus, ein Festspielhaus, eine Unterführung – muss das wirklich in Bonn? Ein neues Handbuch verschafft jetzt endlich Klarheit: Es verrät, was wirklich zu Bonn passt. Für viele Alt- und Neubürger endet damit eine Zeit der Ungewissheit. „Wir können jetzt mit Gewissheit sagen, was zu Bonn passt und was nicht“, so Reinhold Behrkens, Bonner Heimatforscher und Vorsitzender der Bonn-Kommission. „Ein solches Handbuch wurde aktuell ja dringender denn je benötigt!“, sagt er mit Blick auf die letzten Wochen und Monate. Immer wieder sei da vollkommen unnötigt diskutiert worden, ob dieses oder jenes überhaupt zu Bonn passe.

„Nehmen Sie zum Beispiel Hochhäuser!“, erklärt er stolz und blättert er im Handbuch ‚Was wirklich zu Bonn passt. Handbuch für Alt- und Neu-Bonner‘, das ab Montag im Handel erhältlich ist. „Wir haben wissenschaftlich herausgefunden: Hochhäuser, das passt nicht zu Bonn, das gehört nach Frankfurt oder Tokio!“.

Mehr als sechs Stockwerke, das sei für die Bonner nichts. „Einzige Ausnahme ist der Posttower“, sagt Behrkens. Aber nur, weil man damals nicht richtig aufgepasst habe, generell und beim Standort. „Und das Stadthaus, weil es in der Hauptstadtzeit Bonns entstand.“ Und die Hauptstadtzeit, das passe zu Bonn.

Jeder Investor, der plötzlich mit irgendwelchen Tower in den Rheinauen oder Hochhäusern am Rheinbogen um die Ecke kommt, sollte das vorher wissen. „Das geht einfach nicht in Bonn und gehört hier auch nicht her.“

Ein anderes Beispiel seien daher auch städtische Neubauten. „Die passen gar nicht zu Bonn. So Dinger wie Festspielhäuser, oder eine neue Oper, das würde ja das Stadtbild verschandeln!“ Besser seien immer Bestandssanierungen – auch wenn diese nicht barrierefrei sind. „Aber Barrierefreiheit, das passt auch nicht zu Bonn. Das kostet viel Geld, und war auch früher nicht nötig.“ Deshalb lasse man sich bei der Barrierefreiheit in Bonn, etwa an den Haltestellen, viel Zeit.

Und eine sanierte Beethovenhalle sei vielleicht teurer als Bonn, aber dafür ist sie sehr beliebt bei den Bürgern. „Weil, ein Neubau, das bedeutet komische Architektur, kann sich der Bonner einfach nicht vorstellen. Aber eine schicke Beethovenhalle ohne Schäden! Das wäre ein Traum.“

Ebenfalls passt zu Bonnern: Warten an geschlossenen Bahnschranken, Zäher Verkehr, Parken im Haltverbot, Regen. Hauptstadtblues, Bauskandale, Bausünden, Hofgarten, Beethoven, BonnerSC, Kirschblüten, Parkplatzsuchen. Motzen, Rheinaue, Drachenfels, Rhein. Nicht zu den Bonnern passen: Fahrradstraßen, der Chaos Computer Congress, Neubauten, Visionen, Sozialer Wohnraum, WCCB, Radfahren, Bad Godesberg, nach 22 Uhr noch Lärm machen, ein ausgeglichener Haushalt.

Kritischen Stimmen, die meinen, diese Liste sei Unsinn, entgegnet er: „Sehen Sie, meckern und motzen, das passt auch zu den Bonnern. Aber etwas ändern, das tun sie dann ja doch nicht. Und damit sie genau wissen, was in der Stadt möglich ist und was nicht, dafür gibt es ja nun unser Handbuch.“

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