Epidemie? Schwerer Ausbruch des „Cherry Blossom Fiebers“ in Bonn | Rheinische Tagespost

Epidemie? Schwerer Ausbruch des „Cherry Blossom Fiebers“ in Bonn

Bonn – Sind die Bonner in Gefahr? Mehrere Hundert Menschen sind in Bonn offenbar in den vergangenen Tagen am japanischen „Cherry Blossom“ Fieber (CB-Fieber) erkrankt. Das gaben die NRW-Landeszentrale für Gesundheit und das Berliner Robert-Koch-Institut jetzt in einer gemeinsamen Eilmeldung bekannt. „Es ist der schlimmste Ausbruch seit Jahren“, so Landeszentrums-Sprecher Rolf Rendrep (56). Möglicherweise handle es sich gar um eine Epidemie!

Besonders in der Bonner Altstadt kam es am vergangenen Wochenende zu furchtbaren Szenen. „Wie verrückt sind da Menschen über die Straße getorkelt, vorwärts, rückwärts, das Telefon an die Stirn drückend, hoch- und runterspringend und hektisch gestikulierend“, berichtet ein Anwohner, der seinen Namen nicht in der Zeitung lesen möchte. „Die sind teils auch vor heranfahrende Autos gesprungen oder hätten sich mitten auf die Fahrbahn gelegt!“ Schockiert berichtet er auch von verzweifelten Gestalten, die in den Himmel starrten und gegen einen Laternenmast gerannt seien, als plötzlich ein offensichtlich Erkrankter ihn umrennt. „Geh zur Seite, ich.. muss… das… perfekte… Bild… Kirschblüten! AAAARGH!“

Virus-Experte Hermann Kirsch von der Bonner Universität ist ebenfalls vor Ort, zeigt sich besorgt: „Anzeichen der Krankheit sind innere Unruhe, nervöses Tippen auf Geräte wie Smartphones und Spiegelreflexkameras, ein Blick, der immer gen Himmel, gerichtet ist. Oft sind Betroffene zu zweit oder in Gruppen unterwegs, verharren minutenlang bewegungslos am Boden, springen wie wild in die Luft und vergessen alles um sich herum, während sie ziellos durch die Straßen taumeln. „Das Virus wird über die Luft übertragen“, so Kirsch.

Vorwiegend Deutsche, aber Touristen, darunter viele Asiaten, hatte das Fieber erwischt! Experte Kirsch glaubt daher: „Möglicherweise handelt es sich um einen Ableger der Pari Shōkōgun-Krankheit, des sogenannten Paris-Syndroms. Über Hundert Fälle hat Kirsch schon behandelt. Bislang sei aber glücklicherweise noch kein Todesopfer bekannt geworden. „Oftmals hilft es, die Erkrankten minutenlang auf das Bild eines karibischen Palmenstrands blicken zu lassen und ihnen die Kameras wegzunehmen. Dann beruhigen sie sich wieder.“ Er rät: „Meiden sie die nächsten Wochen die Bonner Altstadt!“

Es sei der größte Ausbruch des Cherry Blossom Fiebers in Europa seit 65 Jahren. Immerhin: „Erfahrungsgemäß ist nach spätestens acht Wochen die Epidemie vorbei“, so der Experte.

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