Mutter froh, dass sie wegen Streik wirklich Grund hat, Sohn (12) zur Schule zu bringen | Rheinische Tagespost

Mutter froh, dass sie wegen Streik wirklich Grund hat, Sohn (12) zur Schule zu bringen

Bonn – Mutter Miriam (36) stoppt glücklich ihren BMW X5 vor dem Schultor des Friedrich-Ebert-Gymnasiums in Bonn, wünscht Sohn Jonathan Leopold (12) einen guten Tag. „Naja, so ein Streik hat schon Vorteile“, erklärt sie, während sie das große Fahrzeug an den SUV der anderen Mütter vorbeizuschlängeln versucht.

„Normalerweise schäme ich mich ja, unseren Engel zum Schultor zu bringen“, so die hupende Mutter. „Aber dank des heutigen Streiks gibt es endlich einen wirklichen Grund! Wie hätte mein Jonathan Leopold denn sonst zur Schule kommen sollen, wenn die Busse der Stadtwerke nicht fahren?“ Dabei hatte sie ihn gerade heute einmal mit Bus und Bahn schicken wollen, versichert sie. „Naja, das ist schon Pech. Vielleicht im nächsten Jahr, dann ist er etwas älter und kann sich vielleicht besser im Stadtverkehr zurecht finden und die Linienpläne besser lesen.“

Immerhin ist die Schule ganze dreieinhalb Kilometer vom Elternhaus entfernt. „Das sind fast vier Kilometer, so die Mutter. „Das kann der ja heute nicht laufen. Wir haben zwar auch über ein Taxi nachgedacht, aber das war heute einfach nicht zu bekommen.“ Sie seufzt, weil sich vor dem Schultor ein Stau gebildet hat.

Ein Fahrrad schließt sie aus: „Das ist zu gefährlich! Haben Sie mal gesehen, was hier vor der Schule für ein Verkehr ist? Lauter große Autos, die alle Regeln und Halteverbote ignorieren und sogar auf dem Radweg parken. Aber die Politik macht ja einfach nichts, sonst hätte ich meinen Sohn bestimmt heute mit dem Rad geschickt.“

Schade findet sie auch, dass die anderen Mütter nicht einfach einmal Fahrgemeinschaften bilden und ihre Müttertaxis voll auslasten. „Aber die denken ja nur an sich“, seuzft sie.

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