
Ordnungsamt lag auf der Schnellwahl
Bonn – Rolf Klavernlich (54) ist sauer! „Das ist mal wieder eine fiese Abzocke der Stadt“, schimpft der engagierte Oberkasseler. „So kann man nicht mit uns Bürgern umgehen.“ Der Grund für seinen Wutanfall: Die Rechnung seiner Telefongesellschaft für Juni. 2340 Euro soll er zahlen, weil er die Hotline „Herbeirufung des Ordnungsamts zwecks Lärmstörung“ gewählt hat. Kosten pro Anruf der 0900er Nummer: 30 Euro…
„Dabei habe ich doch nur meine durch das Land NRW garantierte und durch von mir gewählte Landtagsabgeordnete beschlossene Rechte wahrgenommen! Ist es denn zu viel verlangt, wenn man einfach mal im Recht sein und um 22 Uhr keinen Mucks mehr hören will?“ fragt er, während er von seinem Balkon über den Rhein blickt. „Ich habe das Gefühl, die Stadt möchte keinen aufmerksamen Bürger mehr, die sich um Ordnung im Viertel kümmern.“
Die Stadt bestreitet den Vorwurf. „Wir finden 30 Euro pro Anruf nicht gerade üppig. Dahinter steckt auch keine Schikane. Wir versuchen derzeit nur, den Bürger an den von verursachten Kosten zu beteiligen.“ Schließlich seien Lärmmessungen extrem aufwendig. Intern heißt es im Stadthaus, man hoffe so auch auf Millioneneinnahmen, um etwa den Verlust der Klangwelle nach Lärmbeschwerden ausgleichen und das Haushaltsdefizit verringern zu können. 230 000 Euro werden für den Monat Juni und Juli erwartet.
Klavernlich ist jedenfalls entsetzt! „Bislang konnte man das Ordnungsamt auch schon im Vorhinein anrufen, wenn man wusste, dass es lauter wird. Ich bin ja kein Motzki, sondern das ist ja ein Dienst an der Gesellschaft und irgendwie auch ein Hobby. Aber jetzt?“ So legte er im vergangenen Monat Beschwerde gegen den Kunst!Rasen ein, rief 75 Mal wegen lärmenden Jugendlichen am Rhein an, wegen eines Schützenfests und wegen eines Partyschiffs. „Zwar war ich meist gar nicht zu Hause, aber die Erfahrung zeigt: Wenn ich zu Hause gewesen wäre, wären mir die Veranstaltungen, egal welche, zu laut gewesen.“
Der engagierte Bürger, der die Nummer des Ordnungsamts bislang auf die Kurzwahltaste eins gelegt hatte, will jetzt gerichtlich gegen die Stadt vorgehen. „0900er Nummern deckt meine Rechtsschutzversicherung nicht! Wenn die Stadt damit durchkommt, gehe ich pleite“, schluchzt er, der gerne mehr Kontakt zur Bonner Bevölkerung hätte. Er hofft jetzt auf Solidarität aus der Bürgerschaft, hat bereits eine Stiftung gegründet und eine Petition an den Bürgermeister, die Ministerpräsidenten und den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte geschrieben. „Mit solchen Zwangsgebühren sollen doch nur Kritiker mundtot gemacht werden. Das ist doch Zensur in Bestform!“
Jetzt wartet Klavernlich auf eine Antwort…
Für den Mann, der 78 mal in einem Monat dort anruft und sich beschwert, dem alles zu laut ist – auch wenn er gar nicht zu Hause ist, sollte ein Anruf noch vieeeel teurer sein. Der ist doch krank!!!!
Der eine vom Kunstrasen ist bei anderen Konzerten selber mit dem Messgerät unterwegs!
Wenn mir etwas zu laut ist… und ..Bonn IST eine laute stadt…
Ohropax..☺
Wer nicht merkt, dass das Satire ist, dem ist nicht mehr zu helfen