
Bonn – Kleinlaut traten die Geschäftsführer des Bau- und Liegenschaftsbetriebs NRW heute vor die Kamera. Wie in den letzten Tagen bekannt wurde, sind sowohl das Landesbehördenhaus an der B9 als auch die alte Pädagogische Fakultät heruntergekommen, verwahrlost, verseucht und seit Jahren ungenutzt – und können daher nicht zur Unterbringung von Flüchtlingen genutzt werden.
Noch immer sitzt der Schock tief: „Als wir vom Zustand der Gebäude aus der Presse erfuhren, waren wir überrascht. Doch als es dann noch hieß, die Gebäude würden zu uns gehören und wir wären dafür verantwortlich, die Bauten entweder zu sanieren, zu erhalten oder abzureißen… Wer konnte das denn ahnen?“ erklärt Geschäftsführer Rolf Herledonk erschüttert. Bislang ging man davon aus, das die Behörde mit 2000 Mitarbeiter nur zur Aufbewahrung von Hausschlüssel verantwortlich sei.
Tatsächlich habe man bei Durchsicht der Bücher festgestellt, dass beide Gebäude im Besitz des Bau- und Liegenschaftsbetriebs sind. „Leider war der Sachbearbeiter, der für beide Projekte verantwortlich ist, seit zehn Jahren erkrankt“, entschuldigt Herledonk. Deshalb habe man weder das eine Projekt, noch das andere vorantreiben können.
Die Folgen sind frappierend: So haben sich in den letzten Jahren offenbar Vandalen das Landesbehördenhaus (geschlossen seit zehn Jahren) vorgenommen, warfen Blendgranaten, brachen Türen auf und zerstörten Räume. Zudem seien offenbar alle Leitungen, Rohre und Heizungen entwendet oder nicht mehr im nutzbaren Zustand. Wer dahinter steckt, ist noch unklar. Die Polizei ermittelt.
Auch die Pädagogische Fakultät steht offenbar seit sieben Jahren leer. „Als wir gestern den Bau betraten, waren wir geschockt!“, so Herledonk. Offenbar hatten Unbekannte dort das gefährliche Gift PCB großflächig verstreut. Normale Menschen können dort nicht mehr leben, ohne gesundheitlich schwer geschädigt zu werden, erklärt die Stadt, die die Gebäude für Flüchtlinge nutzen wollten. Höchstens Studenten der Uni Bonn können sich dort noch aufhalten.
Der BLB hat allerdings schon mögliche Alternativen zur Unterbringung der Asylsuchenden in der Hinterhand. „Möglicherweise lässt sich die Uni-Tiefgarage für Flüchtlinge herrichten. Ein Kollege meinte, die Renovierung sei bereits mit einigen Verspätungen Mitte 2015 beendet worden“, so Herledonk.
„Normale Menschen können dort nicht mehr leben […]. Höchstens Studenten der Uni Bonn können sich dort noch aufhalten.“… Als Student des Institutes Für Informatik, welches zufällig genau in den beiden genannten Gebäuden untergebracht ist sage ich an dieser Stelle mal Danke
In was für einer Bananen-Republik leben wir eigentlich??? Da ist jemand 10 Jahre krank und die Arbeit wird in einer Bundesbehörde (!) nicht weiterverteilt… Unfassbar. Es scheint ein ansteckendes Phänomen zu sein oder warum heißt es dann, dass sich nur noch Studenten in dem versuchten Gebäude aufhalten können?! Diese Geschichte ist eine unglaubliche Frechheit.
Fragen Sie mal bei uns in der Redaktion nach! Wir haben zwei Dauerpraktikanten, die seit zehn Jahren die Arbeit von einem erkrankten Redakteur machen.
Bittesehr. Inzwischen scheint es so, als seien Flüchtlinge genauso resistent gegen durch PCB ausgelöste Krankheiten wie Informatiker der Uni Bonn. Da scheinen genetische Verbindungen zu bestehen. Grüße aus der Redaktion ins Höllenloch.