Experte sicher: Alle Kölner Biere schmecken wie gepanscht | Rheinische Tagespost

Experte sicher: Alle Kölner Biere schmecken wie gepanscht

Ein Düsseldorf Experte testete frisches Kölsch. (Foto: (c) Trexer / CC BY-SA 3.0 via Wikipedia

Ein Düsseldorf Experte testete frisches Kölsch.
Foto: (c) Trexer / CC BY-SA 3.0 via Wikipedia

Köln – Neuer Schock im Bierskandal! Erst vor wenigen Tagen wurde der Schmu um gepanschtes Hopfengold aufgedeckt. Billig-Pils war in Kölschfässer gefüllt worden. Daraufhin schalteten die Bierbrauer einen Experten ein, der die Qualität der Kölner Biere testen sollte. Und der fand ungeheuerliches heraus…

Heribert Zimmerman (53) vom Verband Deutscher Biere machte undercover den Test an Kölner Tresen. Doch reihenweise fielen die Biere dabei durch! „Wir nahmen aus zwölf verschiedenen Kneipen richtige Kleinstmengen (0,2 Liter) der frisch gezapften und stark überteuerten Biere in Gläser mit“, so der Düsseldorfer Experte. „Die brachten wir in einem Kranz dann in unser Labor in die NRW-Landeshauptstadt, die Köln ja nicht ist.“ Dort gab es zwei Stunden später beim Geschmackstest den Schock: „Alle Biere mundeten schal und abgestanden, waren lauwarm. Und das nennen die frisch gezapft! Die Schaumkrone war eingefallen, Fliegen schwammen darin herum. Kein Vergleich zum frischen Altbier aus der Eckkneipe neben dem Labor, oder sogar nur zum Discounter-Pils, mit dem wir den fiesen Geschmack wegspülen mussten. Hicks. Wie kann man so eine Kölsch-Plörre überhaupt trinken“, fragt der Experte geschockt.

Ist Kölsch schlimmer als Billig-Pils? Doch wie war es möglich, dass niemandem auffiel, dass das Kölsch schlecht schmeckt? Das läge einerseits an der Kölsch-Konvention, so der Experte, fordert deren Abschaffung. „Das liegt andererseits auch an der Kölner Mentalität. Man glaubt jahrelang an das, was einem vorgesetzt wird, ist damit zufrieden, auch wenn es schief läuft, sagt sich dann „Et es wie et es, et kütt wie kütt, und watt fott es es fott“. Man sei eben sehr markengläubig in der Gegend. „Nicht so wie bei uns in Düsseldorf, wo wir nicht erst seit der Schlacht von Worringen immer die richtige Wahl treffen, eben auch dem Altbier.“

Von den Ergebnissen überrascht zogen alle der im „NRW-Verband deutscher Biere“ organisierten Kölner Brauereien die Konsequenzen. Ab nächster Woche wird speziell verfeinertes, gefärbtes und filtriertes Düsseldorfer Altbier in Kölsch-Fässer und Flaschen abgefüllt. Preislich wäre da sogar ein kleiner Gewinn für die organisierten Brauereien möglich, glauben Experten. „Um Geld ging es uns aber nie“, widerspricht der Verbandssprecher. Er fügt hinzu: „Damit das trotzdem keiner merkt und die Leute sich erst einmal daran gewöhnen, haben wir aber davon abgesehen, das an die große Glocke zu hängen.“ Probleme gibt es mit der Geheimaktion wahrscheinlich nicht, glaubt der Sprecher: „Und selbst wenn: Et hätt eben noch emmer joot jejange„.

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