Droht Bonner Eichhörnchen der Hungertod? | Rheinische Tagespost

Droht Bonner Eichhörnchen der Hungertod?

320px-Eastern_Gray_Squirrel_in_Singleton_Park,_Swansea_21_Oct_2007_01Bonn – Traurig steht Tierschützer Ralf Krummbacher am Rande der Poppelsdorfer Allee. Er deutet auf zwei Eichhörnchen, die noch fröhlich durch die Kälte tollen. „Die sind viel zu dünn. Wenn es noch kälter wird, werden sie es wohl nicht durch den Winter schaffen…“ stellt er fest.

Seit Jahren verringert sich die Population der Bonner Eichhörnchen rapide, erzählt der engagierte Chef der Tierschutz-Organisation „Gegen die organisierte Ausrottung von Bonner Eichhörnchen“ (GOABE). Für Krummbacher ist der Grund klar: „Seit immer mehr Kinder Kastanien und Eicheln einsammeln und zu Haribo bringen, zum Teil sogar organisierte Banden die Flächen abgrasen, bleibt für unsere Eichhörnchen nichts mehr übrig“. Krummbacher verdrückt eine Träne…

Rund 10 000 Menschen waren es in diesem Jahr, maximal 50 Kilo durften sie pro Person eintauschen. 270 Tonnen kamen so zusammen. „Damit hätte man früher tausende Eichhörnchenfamilien durch den Winter gebracht. Heute wollen sich die Kinder lieber mit Süßigkeiten den Wanst vollschlagen, statt sich um ein nachhaltiges Sammeln zu kümmern.“

Erschreckend findet er zudem, dass die Nüsse in Tierschutzgebiete in Deutschland, aber auch in Österreich und Zoos kommen. „Davon haben doch die Bonner Eichhörnchen nichts…“. Er appelliert an die Landesregierung, sofort das Sammeln von Kastanien zu reglementieren und ein Rettungsprogramm für hungernde Eichhörnchen einzuführen, oder bei einer Aktion „Kastanien gegen Süßigkeiten“ die Kinder zum Tausch ihrer Leckereien zu animieren.

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