„Singen Sie doch gefälligst Deutsch!“ – Kölner buhen Sängerin Adele von der Bühne | Rheinische Tagespost

„Singen Sie doch gefälligst Deutsch!“ – Kölner buhen Sängerin Adele von der Bühne

Köln – Neuer Eklat in der Domstadt: Wie jetzt bekannt geworden ist, wurde am Samstag auch das Konzert der Künstlerin „Adele“ in der Lanxess-Arena kurzfristig abgebrochen. Hunderte Kölner hatten zuvor lautstark gegen die Sängerin protestiert, das Konzert mit Buh-Rufen, Sprechchören und Handyklingeln gestört.

Der Stein des Anstoßes: Offenbar verstanden viele der Gäste die auf englisch gehaltene Ansprache der Künstlerin nicht. „Reden Sie doch bitte Deutsch“, sollen einige aus dem Publikum gerufen haben.  Auch die englischen Songs stießen auf Unverständnis.

„Hejo, Hejo… Was soll das denn heißen?“ fragt der Kölner Jochem Kerentzen (45) empört. „Wenn man nach Deutschland kommt und bei uns ein Konzert gibt, dann soll man gefälligst auch Deutsch sprechen!“ Man könne ja nicht davon ausgehen, dass jeder der Gäste englisch beherrsche. „Hätte ich gewusst, dass Adele eine englische Künstlerin ist und auf Englisch singt, wäre ich doch nie auf ein solches Konzert gegangen! Und für Hundert Euro, die man für die Karten ausgibt, kann man ja erwarten, dass wenigsten ein Synchron-Dolmetscher bereit steht und das Gebrabbel übersetzt. Wir sind ja hier nicht in der Philharmonie!

Ein weiterer Stein des Anstoßes. „Die Musik war verdammt eintönig. Dabei hatten wir gedacht, die würde wie die Helene Fischer singen“, erklärt René Brecksen (27) ebenfalls enttäuscht. „Aber wer kann schon ahnen, dass die irgendein anderes, uns nicht bekanntes Liedgut von sich gibt…“ Und fügt er hinzu: „Man kann eigentlich erwarten, dass Besucher einer Weltmetropole wie Köln es ist, sich wenigstens bemühen, auch Deutsch zu sprechen. Wir sind hier schließlich in einer Weltstadt, und nicht in Pusemuckel an der Aisch! Da gehört auch Respekt vor dem Publikum dazu.“

Viele Kölner Musikfans fordern jetzt, für alle in Köln auftretenden Künstler einen obligatorischen Sprachtest einzuführen, zeigt eine Umfrage der Rheinischen Tagespost.

Foto: CHRISTOPHER MACSURAK / CC BY 2.0 via Wikimedia Commons
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