Knast statt Kölsch: Mann wartet vergeblich vor Kölner Kneipen, ohne auf Bier eingeladen zu werden | Rheinische Tagespost

Knast statt Kölsch: Mann wartet vergeblich vor Kölner Kneipen, ohne auf Bier eingeladen zu werden

Köln – „Drink doch ene met…“ Von wegen! Rheinische Tagespost-Leser Jupp Schwaderlapp (57) stand gestern stundenlang vor der Wirtschaftstür eines Kölner Altstadt-Brauhaus – ohne dass ihn jemand einlud. Mehrfach sei er sogar auf und abgegangen. „Dat wor for 30 Johr noch anders“, erklärt er traurig. Nie hätte er früher ohne Geld auf eine Einladung warten müssen. „Domols hätt et noch ever joot jejange.“

Doch dann kam es noch ganz Dicke: Als er hineinkam, appelierte er an den Wirt, ihm doch ein Bier zu geben. Doch statt eines Köbes mit kühlem Kölsch kam die die Polizei vorbei – und erteilte ihm einen Platzverweis. „Dabei habe ich sogar noch auf meine kölschen Grundrechte, Paragraph 10 („Drink doch ene mit“), gepocht“, ruft er empört.

Schlimm: Die Polizei habe ihn nur schief angeschaut. „Kenne mer nit, bruche mer net, fott domet“, hätten sie ihm gesagt, und ihm das Grundgesetz aus der Hand geschlagen. Daraufhin hätten sie ihn mitgenommen, auf die Wache Stolkgasse. „Isch wusste jar nid, wie mir geschah“, so Schwaderlapp, der nach Informationen der Rheinischen Tagespost nie zuvor polizeilich aufgefallen war. „Aver wat wellste maache? Et bliev nix wie et wor!“, seufzt er.

Wartet: Jupp Schwaderlapp

Wartet: Jupp Schwaderlapp

Er überlegt jetzt, nach Düsseldorf zu ziehen. „Et es wie et es“, meint er. „Nix bliev eben, wie et wor, und wat fott es, es fott“, fügt traurig hinzu: Mach et jot ävver nit ze off.“

Rheinische Tagespost fragte nach bei Polizei und Stadt – und erfuhr erstaunliches: „Das kölsche Grundgesetz lief am 11. November 2011 aus“, so ein Sprecher der Stadt Köln. Bislang hätten sich die Ratsparteien auch nicht auf eine Verlängerung oder Neugestaltung einigen können.

Aktuell sei aber eine Vorlage in der Diskussion. Wann diese beschlossen werde, sei aber noch unklar. „Et kütt, wie et kütt“, so der Sprecher.

Für Schwaderlapp unverständlich! „Wat soll dä Quatsch?“ fragt er, zuckt dann, typisch kölsch, mit den Schultern: „Tja. Do laachste Dich kapott“

 

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