Zu viel Andrang: Bonner Bahnsteige dürfen nur noch mit Bahnsteigkarte betreten werden | Rheinische Tagespost

Zu viel Andrang: Bonner Bahnsteige dürfen nur noch mit Bahnsteigkarte betreten werden

Bonn – Endlich wieder Platz am Bahnsteig 2 und 3 des Bonner Hauptbahnhofs und an den Bahnhöfe der Region zwischen Bonn und Köln. Wie ein Bahnsprecher bekannt gab, gilt ab morgen ein neues Bahnsteigkartensystem, das für Entlastungen sorgen soll.

„Das Problem ist doch, dass einfach zu viele Menschen an zu engen Bahnsteigen auf die Bahnen zwischen Bonn und Köln warten„, so ein Sprecher des Konzerns. Das gefährde Fahrgäste und Zugverkehr – ein Sicherheitsproblem.

Nach einer tiefgreifenden Problem-Analyse habe man rasch eine Lösung dafür gefunden. „Wenn nur noch so viele Menschen am Bahnsteig warten würden, wie auch in den Zug passen, müsste sich niemand drängen und alle wären zufrieden.“ Dafür würden im Vorfeld kostenlose Bahnsteig-Tickets ausgegeben. Diese könne man am Schalter im Bonner und Kölner Hauptbahnhof zwischen 9 und 9.30 Uhr erhalten, oder über die neueste Version der DB-App beantragen. Wer einen Sitzplatz am Bahnsteig buchen möchte, zahlt für die Reservierung vier Euro mehr.

Mit Bahnsteigkarte wäre weniger los. Foto: CC 0

„Dank Bahnsteintickets kann Gedränge an den Bahnsteigen verhindert werden. Wer kein Ticket hat, kann nicht nach oben“, so der Sprecher. Auch für Fahrgäste seien das gute Nachrichten. „Eine Bahnsteigkarte in Kombination mit einem Bahnticket garantiert eine Zugfahrt ohne Drängeln und Drücken“, meint er, „außer der Zug fällt aus.“ Dann seien die Zugbindungen natürlich hinfällig.

Wie es allgemein dazu kam, dass sich plötzlich so viele Menschen an Bahnsteigen einfinden, muss noch geklärt werden. Man sei von dem Gedränge überrascht worden, so der Sprecher. Dass es sich um Flashmobs handle, habe man inzwischen aber weitestgehend ausschließen können. Auch sei unklar, ob wirklich jeder auf dem Bahnsteig auch mit dem Zug fahren wolle.

Keine Rolle würde allerdings das jetzige Testprojekt „aus vier mach eins“ spielen, dass man als Oberleitungssanierungen zu tarnen versuchte. Aktuell verkehrt nur noch jeweils ein Zug stündlich zwischen Köln und Bonn statt vierer.

„Das Projekt zeigt aber vielmehr einen sinkenden Bedarf an Nahverkehrsverbindungen zwischen Köln und Bonn. Aktuell pendeln nur noch ein Viertel der bisherigen Fahrgäste“, so ein Bahnsprecher. Das sei zwar immer noch überraschend viel: „Und das, obwohl wir seit Jahren mit immer schlechterem Service, unpünktlichen Zügen, mangelhafter Infrastruktur und unangekündigten Zugausfällen den Druck von der Schiene nehmen möchten, um den Güterverkehr zu fördern“.

Sollte sich das Nummernsystem der Bahnsteigkarten nicht bewähren und weiterhin so viele Menschen sich auf Bahnsteigen drängeln, bliebe nur eine Möglichkeit. „Wir müssten aus Sicherheitsgründen den letzten stündlichen Zug zwischen Köln und Bonn streichen, um die Situation an den Bahnsteigen zufriedenstellend zu lösen“, so der Sprecher. Es gäbe keine andere vernünftige Lösung.

Foto: Pixabay, CC 0, 3dman_eu
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