//Neue NRW-Pläne: Müssen große Polizisten bald in Rente?

Neue NRW-Pläne: Müssen große Polizisten bald in Rente?

Sind neue neue Dienstwagen für NRW-Polizeibeamte zu klein?
Foto: Berndt Meyer/ CC-BY-SA-3.0, via Wikimedia Commons

NRW/Köln -Neue Richtlinien für Polizeibeamte in NRW: Das Landesamt für Zentrale Polizeiliche Dienste (LZPD) gab jetzt bekannt, die Anforderungen für Kölner Ordnungshüter ändern zu wollen. Beamte im Polizeidienst dürfen in Zukunft einen Bauchumfang von maximal 80 cm vorweisen und müssen kleiner als 175 cm sein. So steht es in einem neuen Runderlass. Davon verspricht sich NRW ein besseres Bild der Ordnungshüter in der Öffentlichkeit. „Nur so können wir in Zukunft auch eine funktionsfähige Polizei garantieren“, heißt es in dem  Erlass.

Dass die neuen Richtlinien etwas mit den zu kleinen neuen Polizeiwagen, schicken 318er BMW Touring, zu tun haben könnte, bestreitet man auf Anfrage der Rheinischen Tagespost. „Die Polizeiwagen erfüllen auf dem Papier alle Ansprüche an einen tollen Dienstwagen, wie er auch in „Alarm für Cobra 11″ vorkommen kann. Fantastisches Drehmoment, schicke Farben, viel PS“, prahlt ein Sprecher. Besser geht nicht, sagt er, räumt aber ein: „Wir haben das Modell am Bildschirm ausgesucht, da sah es im Inneren natürlich etwas größer aus…“ Dass möglicherweise in der Realität zu wenig Platz sei, verneint er. „Die Wagen sind völlig in Ordnung, ich fahre selbst BMW. Das Problem liegt eher bei den propperen Fahrern und Mitfahrern, die dann auch immer gleich viel Ausrüstung wie Barken, Warndreiecke, Pistolen und Schutzwesten mitnehmen würden. „Dabei brauchen sie bei den meisten Einsätzen ja nur Stift und Block. Die Kollegen müssen dann eben besser vorausplanen,“ meint er.

Man müsse jetzt sehen, ob man die Polizeibeamten zu weniger Bauchspeck und Körpergröße animieren kann. „Vielleicht helfen ja flachere Schuhe. Oder die stämmigen Kollegen müssen eben in den Innendienst“. Derzeit überlegt man im NRW-Innenministerium die Dienstunfähigkeitsregelungen um den Paragraphen „Körpergröße über 175 cm“ zu ergänzen, um hühnenhafte Kollegen frühverrenten zu können, zeigt eine Recherche der  Rheinischen Tagespost.

Kritiker und die Gewerkschaft der Polizei sind empört, werfen der LZPD Kurzsichtigkeit vor und verweisen darauf, dass ja auch Verdächtige transportiert werden müssten. Der Sprecher kontert: „Das ist populistischer Unsinn. Es gibt überhaupt kein Problem bei zu großen Verdächtigen. Wir stecken sowieso nur die kleinen Fische in unsere Dienstwagen. Die großen Namen werden ja bekanntlich nur vorgeladen, kommen dann selbst in geeigneten Fahrzeugen auf die Wache oder zu Gericht.“

 

Gelernte Investigativ-Redakteurin bei der Rheinischen Tagespost, Schwerpunkt Köln.